Die Europäische Union, einer der größten Kaffeeimporteure weltweit, setzt strenge Vorschriften für Lebensmittelsicherheit durch, um die Gesundheit der Verbraucher zu schützen. Besonders wichtig ist dabei die Regulierung von Mykotoxinen, insbesondere von Ochratoxin A (OTA), in importierten Lebensmitteln wie grünem und geröstetem Kaffee. Ochratoxin A (OTA) ist ein von Schimmelpilzen produziertes Toxin, das Kaffee an verschiedenen Stellen der Lieferkette verunreinigen kann.
Für Exporteure steht viel auf dem Spiel. Lieferungen, die die von der Europäischen Union festgelegten Grenzwerte für OTA nicht einhalten, können an der Grenze zurückgewiesen werden, was zu erheblichen finanziellen Verlusten, Reputationsschäden und möglicherweise zu Handelsbeschränkungen führt.
Dieser Artikel bietet einen Überblick über OTA, den regulatorischen Rahmen der EU sowie praktische Empfehlungen zur Vermeidung kostspieliger Zurückweisungen. Für alle Empfehlungen laden wir Sie herzlich ein, unser kostenloses Whitepaper „Vermeidung der Zurückweisung an der EU-Grenze – Ein Leitfaden für Kaffee-Exporteure zur Einhaltung der Ochratoxin-A-Vorgaben“ herunterzuladen. Laden Sie das White Paper herunter.
Verständnis von Ochratoxin A
Ochratoxin A ist ein natürlich vorkommendes Mykotoxin, das hauptsächlich von Aspergillus ochraceus und Penicillium verrucosum produziert wird. Diese Schimmelpilze gedeihen in warmen und feuchten Bedingungen – genau dort, wo Kaffee angebaut, gelagert und transportiert wird. Einmal im Kaffee vorhanden, dringt OTA in die Bohnen ein und bleibt während der gesamten Lieferkette bestehen. Wichtig ist: Rösten und Verarbeitung verringern den OTA-Gehalt, beseitigen das Toxin jedoch nicht zuverlässig. OTA wird von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) als Karzinogen der Gruppe 2B eingestuft, d. h. als möglicherweise krebserregend für den Menschen. OTA kann sich in verschiedenen Phasen entwickeln – beim Trocknen, bei der Lagerung und beim Transport. Da das Rösten den OTA-Gehalt je nach Bedingungen nur um 30–70 % reduziert, ist Prävention die verlässlichste Schutzmaßnahme.
Der regulatorische Rahmen der EU
Die EU hat weltweit einige der strengsten Vorschriften für OTA. Die maximal zulässigen Werte sind:
- Gerösteter Kaffee (Bohnen oder gemahlen): 3 μg/kg
- Instantkaffee (löslich): 5 μg/kg
Obwohl für grüne Kaffeebohnen kein numerischer Grenzwert existiert, empfiehlt die Europäische Kaffeeföderation einen maximalen Feuchtigkeitsgehalt von 12,5 %, da das Trockenhalten der Bohnen ein wirksames Mittel zur Verhinderung des OTA-Wachstums ist.
Diese EU-Grenzwerte gehören zu den strengsten weltweit, und ihre Einhaltung wird von den Lebensmittelsicherheitsbehörden in allen Mitgliedsstaaten aktiv überwacht. Kaffee-Lieferungen, die in die EU gelangen, können an der Grenze auf OTA getestet werden. Da sich Vorschriften ändern, empfehlen wir, die offiziellen Regierungswebseiten regelmäßig auf aktuelle Informationen zu prüfen.
Sicherstellung der OTA-Konformität
Unten finden Sie einige der besten Praktiken zur Sicherstellung der OTA-Compliance.
1.Gute Landwirtschaftliche Praxis (GAP): Beim Trocknen auf einen einheitlichen Feuchtigkeitsgehalt von 10–12 % achten. Beim Verarbeiten schimmelige, verfärbte oder von Insekten beschädigte Bohnen entfernen, da diese Pilzwachstum begünstigen.
2.Gute Lagerpraxis (GSP): Lagerhäuser trocken, kühl und gut belüftet halten; Paletten verwenden, um Kaffeesäcke vom Boden und von den Wänden fernzuhalten (verhindert Feuchtigkeitsaufnahme). Einfache Hygrometer und Thermometer installieren, täglich prüfen und bei steigender Luftfeuchtigkeit (z. B. in der Regenzeit) Entfeuchter einsetzen oder die Belüftung verbessern.
3.Tests vor dem Versand
3.1 Jede Partie vor dem Versand testen.
3.2 Validierte Methoden verwenden: HPLC (Hochleistungsflüssigkeitschromatographie) – etabliert für Empfindlichkeit und regulatorische Akzeptanz. LC-MS/MS (Flüssigkeitschromatographie-Massenspektrometrie) – hohe Spezifität und Mehrfachanalyse von Mykotoxinen. ELISA – effiziente Option für Chargen-Screening. Schnelltests (Lateral Flow Devices) – tragbar, schnelle Ergebnisse in wenigen Minuten, geeignet für Feldprüfungen. Zweistufige Strategie empfohlen: schnelles Screening (ELISA oder Schnelltests) aller Partien, gefolgt von HPLC- oder LC-MS/MS-Bestätigung bei positiven oder grenzwertigen Ergebnissen.
3.3 Korrekte Probennahme anwenden: Teilproben aus der gesamten Partie sammeln und zu einer repräsentativen Laborprobe zusammenführen.
3.4 Dokumentation und Rückverfolgbarkeit: vollständige Aufzeichnungen über Tests vor dem Versand sind nicht nur gute Praxis, sondern oft auch gesetzlich vorgeschrieben.
4.Schulung der Lieferkette: Schulungen zur richtigen Ernte (z. B. keine Kaffeekirschen vom verschimmelten Boden auflesen), Trocknung und Lagerung durchführen. Diese Praktiken durch klare Standardarbeitsanweisungen (SOP) für jede Phase (Trocknung, Lagerung, Probenahme usw.) untermauern – mit Fokus auf Schimmelprävention.
5.Investition in die richtigen Werkzeuge
Kaffee-Exporteure benötigen schnelle, empfindliche und validierte Werkzeuge, die auf Kaffee-Matrizes abgestimmt sind.
Symmetric Ochratoxin Coffee von ProGnosis Biotech:
- Hohe Empfindlichkeit: LOD 0,6 ppb; LOQ 0,9 ppb; Quantifizierungsbereich 0,9–20 ppb.
- Validiert für grünen und gerösteten Kaffee.
- Schnelle Ergebnisse: ca. 10 Minuten.
- Tragbarer Reader und digitale Aufzeichnungen: der tragbare 3PR Mini Reader verbindet sich via Bluetooth mit einer Android-App. Er liefert sofortige GPS-markierte Ergebnisse, die jederzeit und überall geteilt werden können. Dies erleichtert Dokumentation und Rückverfolgbarkeit. Der 3PR Mini kann 3 Teststreifen gleichzeitig analysieren, während der S-Flow Reader 6 Streifen gleichzeitig verarbeiten kann.
Durch die Kombination schneller Tests mit robusten SOP können Exporteure:
- Probleme vor dem Versand erkennen.
- Käufern dokumentierte Nachweise für die Konformität liefern.
- Vertrauen stärken und langfristige Handelsbeziehungen sichern.
Nächste Schritte:
Kontamination mit Ochratoxin A ist für das bloße Auge unsichtbar, jedoch für Regulierungsbehörden und Käufer sehr deutlich sichtbar. Exporteure, die proaktive OTA-Kontrollsysteme implementieren, schützen nicht nur ihre Lieferungen, sondern auch ihren Ruf, ihre finanzielle Stabilität und ihren langfristigen Zugang zu Premium-Märkten.
Die EU – ebenso wie andere globale Märkte – belohnt Exporteure, die Sorgfalt, Zuverlässigkeit und Rückverfolgbarkeit nachweisen. Durch die Integration von OTA-Tests in die Routineabläufe können Kaffeeunternehmen regulatorische Belastungen in einen Wettbewerbsvorteil verwandeln.
Die hier dargestellten Inhalte sind nur ein Teil unserer vollständigen Empfehlungen. Für weitere Strategien und praxisnahe Ratschläge laden wir Sie herzlich ein, unser kostenloses Whitepaper „Vermeidung der Zurückweisung an der EU-Grenze – Ein Leitfaden für Kaffee-Exporteure zur Einhaltung der Ochratoxin-A-Vorgaben“ herunterzuladen. Darin finden Sie praktische Strategien, Experteneinschätzungen und umfassende Leitlinien, um Ihre Exporte zu schützen und die Einhaltung internationaler Vorschriften sicherzustellen.
Mehr erfahren über Symmetric Ochratoxin Coffee.
Referenzen
Europäische Kaffeeföderation (ECF) – OTA-Verhaltenskodex & Feuchtigkeitsempfehlungen
EU-Verordnung 2022/1370 – Aktualisierte OTA-Grenzwerte für Kaffee
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/PDF/?uri=CELEX:32022R1370
EU-Verordnung über Probenahme- und Analysemethoden zur amtlichen Kontrolle von Mykotoxinen in Lebensmitteln
https://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CONSLEG:2006R0401:20100313:EN:PDF
Verordnung (EG) Nr. 178/2002 (aktualisierte Fassung 2024) – Allgemeine Grundsätze und Anforderungen des Lebensmittelrechts
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX:32002R0178
EU-Verordnung 2023/915 – Höchstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln
https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2023/915/oj/eng
IARC – Klassifizierung von Ochratoxin A als Karzinogen der Gruppe 2B
ProGnosis Biotech – Produktdaten Symmetric Ochratoxin Coffee
RASFF – Aktuelle Warnungen zu OTA in Kaffee
https://food.ec.europa.eu/food-safety/rasff_en
FAO – Verhaltenskodex zur Prävention und Reduktion von OTA in Kaffee
https://www.fao.org/fao-who-codexalimentarius/sh-proxy/en/?lnk=1&url=https%253A%252F%252Fworkspace.fao.org%252Fsites%252Fcodex%252FStandards%252FCXC%2B69-2009%252FCXC_069e.pdf
FDA (USA) – Informationen über Mykotoxine
https://www.fda.gov/food/natural-toxins-food/mycotoxins

